Die Bohnenzeitung im Cafe Steiner – Geschichten aus dem Cafe Steiner

Die Bohnenzeitung gibt es mittlerweile schon seit über 10 Jahre – eine lange, schöne aber auch wechselhafte Zeit. In den Anfängen aus einer Chat-Community hervorhergegangen, von der man sich bewußt entfernt hat darf sich das Medium nun schon seit vielen Jahren als anspruchsvolles Literaturportal präsentieren. Es war uns natürlich auch immer wichtig die Popularität der Bohnenzeitung zu steigern, auch wenn uns als Non-Profit Organisation nur begrenzte Mittel für professionelles Marketing zur Verfügung stehen. Eine Initiative, die wir zuletzt setzen konnten war 10 Stück T-Shirts mit dem Logo bohnenzeitung.com in Auftrag zu geben.

Als Mitte August Vivienne in Wien auf Besuch war sagten wir uns, daß nun die Zeit gekommen sei, daß wir uns mit den neuen T-Shirts erstmals in die Öffentlichkeit wagen. Wir hatten am dem Wochenende einige Ausstellungen in der Wiener Innenstadt besucht und bei sommerlichen Temperaturen eine angenehme Zeit verbracht. Es wäre gelogen wenn ich jetzt sagen würde, daß wir mit den T-Shirts für besonderes Aufsehen gesorgt hätten. Letztlich haben wir so etwas natürlich auch nicht erwartet, die Idee die T-Shirts bedrucken zu lassen war letztlich aus einer Laune heraus entstanden.

Am Abend kam uns die Idee das „Cafe Steiner“ im 2. Wiener Gemeindebezirk, dass den Lesern der Bohnenzeitung durch die gleichnamige Kolumne schon bekannt ist, aufzusuchen. Wir nahmen an der Schank Platz, das Lokal war an dem Abend gut besucht und die üblichen mir nicht unbekannten Stammgäste waren anwesend. Vivienne bestellte ein Pago, ich – wie könnte es anders sein – ein großes Bier vom Faß. Als Kellnerin Monika uns die Getränke servierte merkte ich erstmals einen Blick auf den Schriftzug unserer T-Shirts. Ich sollte mich nicht geirrt haben, wurden wir doch schon kurz darauf von Monika gefragt „Was habt’s ihr denn da auf euren Leiberln stehen?“

Ich habe in meinem Stammlokal noch selten, und damit bestimmt nicht vielen Gästen, von der Existenz der Bohnenzeitung erzählt, wahrscheinlich einfach nur deshalb weil sich nicht immer der richtige Rahmen dafür ergeben hat. Vivienne begann aber schon das Geheimnis zu lüften: „Wir betreiben im Internet eine Literaturseite, wo jeder mitmachen kann.“ Monika schien tatsächlich interessiert und versprach sich die Seite noch am selben Abend zu Hause anzusehen. Bei nächster Gelegenheit werde ich Monika mal fragen, ob sie sich auch vorstellen könnte eigene Beiträge in der Bohnenzeitung zu präsentieren.

Unsere Unterhaltung, die anfangs nur zwischen Monika, Vivienne und mir geführt wurde hatte aber – wie könnte es im „Cafe Steiner“ anders sein – auch durchaus für Interesse bei den anderen Gästen geführt. Andreas, ein mir bekannter Stammgast, der als Versicherungsmakler arbeitet wollte etwa nur eines wissen: „Na sagt‘s schon, was schaut bei dem Geschäft raus?“ Nun, wir hatten noch nicht darauf hingewiesen, daß wir keine kommerzielle Website betreiben sondern die Initiative als Hobby sehen würden, doch daß man eine Initiative ganz ohne finanzielles Interesse betreibt war für Andreas einfach nicht vorstellbar.

„Also ich versteh ned woher die Leute ihre Ideen nehmen.“, brachte Josef es auf den Punkt daß das Schreiben im Allgemeinen nicht unbedingt jedem Menschen liegt. Jeder hat unterschiedliche Interessen und Talente und so soll es auch sein. Jene, die sich für das Schreiben interessieren sind jedenfalls in der Bohnenzeitung herzlich willkommen – das haben wir auch an dem Abend weiter versucht unter die anwesenden Gäste zu bringen.

Pedro



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